AED-Informationen

Automatisierter externer Defibrillator

Was ist ein automatisierter externer Defibrillator?

Ein Defibrillator ist ein medizinisches Gerät, das durch gezielte Stromstösse ein Herz wieder zum Schlagen bringen kann. Defibrillatoren werden auf Intensivstationen, in Notfallaufnahmen, an vielen anderen Orten im Krankenhaus sowie in Fahrzeugen des Rettungsdienstes und vielen Arztpraxen bereit gehalten. Für die Defibrillation durch Laienhelfer wurden halb- oder vollautomatischen Defibrillatoren, so genannte automatische externe Defibrillatoren (AED), entwickelt. Diese schliessen eine Fehlbedienung aus. Bei AED-Geräten analysiert eine Software den Herzrhythmus selbständig und entscheidet danach, ob eine Defibrillation notwendig ist. Nur bei einem positiven Ergebnis wird die Funktion freigeschaltet und kann durch den Anwender ausgelöst werden.

AED-Geräte im Kanton Zürich?

Bereits seit den 1990er Jahren werden zur Hilfe bei Herznotfällen AED-Geräte zunehmend in vielen öffentlich zugänglichen Gebäuden und Orten installiert. Auch an hoch frequentierten Orten Zürichs sollen bei Herznotfällen rasch automatische externe Defibrillatoren (AED) eingesetzt werden können. Damit dies möglich ist, fördert die Arbeitsgruppe HELP Zürich die Installation von AEDs an strategisch wichtigen Standorten des Kantons Zürich (wie z.B. Bahnhof, Einkaufszentren, Stadien und Flughafen). Die Anzahl an AEDs soll konstant ausgebaut werden.

Installation von AED-Geräten

Bei einem Herz-Kreislaufstillstand sollte ein AED-Gerät in weniger als 5 Minuten einsatzbereit sein. Je eher das Gerät eingesetzt werden kann, desto grösser sind die Chancen einer erfolgreichen Reanimation. Internationale Fachorganisationen (AHA) empfehlen, überall dort AEDs zu installieren, wo mehr als 250 Erwachsene im Alter von mehr als 50 Jahren für mehr als 16 Stunden/Tag anwesend sind.

AED-Geräte sollten deshalb – Feuerlöschern gleich – gut erreichbar und sichtbar, für jeden zugänglich installiert werden. Eine Installation an Informationsschaltern, Portierlogen oder im Eingangsbereich von Kaufhäusern ist sinnvoll, wenn damit zugleich geschultes Personal zur Verfügung steht. Frei erreichbare AEDs können auch mit einem Alarmsystem verbunden werden, um im Notfall automatisch den Rettungsdienst zu alarmieren bzw. eventuellen Diebstählen oder Vandalismus vorzubeugen.

Wozu ist ein AED notwendig?

Einem Herz-Kreislauf-Stillstand geht fast immer ein Herzinfarkt mit einer Herzrhythmusstörung voraus, welche sich meist in Form eines Kammerflimmerns äussert. Beim Kammerflimmern wird sehr wenig bis gar kein Blut vom Herzen in den Körper gepumpt. Es kommt binnen weniger Sekunden zur Bewusstlosigkeit, da das Hirn zu wenig Blut und Sauerstoff erhält. Ohne sofortige Reanimation führt dies innerhalb von zehn Minuten zum Tode. Die einzige Möglichkeit, Kammerflimmern zu beheben, ist ein dosierter elektrischer Stromstoss mit einem Defibrillator. Dieses Gerät gibt einen elektrischen Schock von aussen an das Herz ab, um eine schnelle unregelmässige und ungenügende Herzaktion (Kammerflimmern) in einen normalen Herz-Rhythmus zu konvertieren. Entscheidend bei der Defibrillation ist der frühestmögliche Einsatz, da die durch das Kammerflimmern hervorgerufene Unterversorgung von Gehirn mit Sauerstoff binnen kurzer Zeit zu massiven Schäden führen kann.

Wie wird ein AED angewendet?

Nach dem Einschalten des Gerätes wird der Helfer akustisch und visuell geleitet. Die Elektroden gemäss vorgegebener Zeichnung angebracht. Das Gerät führt danach selbstständig eine Analyse des Herzrhythmus durch und entscheidet, ob ein elektrischer Schock notwendig ist oder nicht. Ist dieser notwendig, wird der Anwender visuell und akustisch aufgefordert, den elektrischen Schock durch einen Knopfdruck auszulösen. Ist kein elektrischer Schock nötig, kann keiner ausgelöst werden.

Ist kein Schock empfohlen, muss der Helfer während der nächsten Minuten die Basismassnahmen (Herzmassage und Beatmung) durchführen. Es ist wichtig, dass die lebenswichtigen Organe des Patienten in dieser Zeit mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden. Damit eine effiziente Herzmassage und Beatmung durchgeführt und der Defibrillator richtig eingesetzt werden kann, wird eine fundierte und praxisbezogene Ausbildung (z.B. BSL- oder BSL/AED-Kombikurse) empfohlen.

Wie funktioniert ein automatischer externer Defibrillator?

Automatische externe Defibrillatoren (AED) wiegen zum Teil unter 500 Gramm und einige sind so klein, dass sie in eine Manteltasche passen. Sie sind nach einer entsprechenden Schulung sehr einfach zu bedienen:

  1. Einschalten des Geräts
  2. Anbringen der beiden Elektroden an der Brust des/der Betroffenen
  3. Drücken des Knopfs zum Auslösen eines Elektroschocks

Das Gerät nimmt den Anwendern jede ärztliche Entscheidung ab, indem es klar hörbare Anweisungen gibt und den Elektroschock nur bei Bedarf abgibt. Das Gerät erkennt selbständig, ob die Elektroden richtig angebracht sind, liest das EKG und stellt die Diagnose. Nur wenn wirklich ein potenziell tödliches Kammerflimmern vorliegt, erteilt das Gerät die Aufforderung zum Auslösen des Elektroschocks.

Einsatzbereiche für Defibrillatoren

Aufgrund der einfachen Bedienung und der deutlich besseren Überlebenschancen der Betroffenen bei rascher Defibrillation können und sollten Defibrillatoren nicht nur im professionellen Rettungsdienst, sondern auch im öffentlichen Raum und allenfalls auch im Privatbereich eingesetzt werden.

Die Schweizerische Herzstiftung propagiert den Einsatz von AEDs bei:

  • Feuerwehr und Polizei
  • Transportunternehmen
  • Bahn-, Flug- und Schifffahrtsgesellschaften, Carunternehmen
  • Firmen (betriebsärztliche Dienste), öffentlichen Verwaltungen
  • Schulen, Universitäten
  • Einkaufszentren, Warenhäusern
  • Hotels und Restaurants
  • Grossanlässen (Sportveranstaltungen, Konzerten, etc.)
  • Freizeitbetrieben (Badeanstalten, Casinos, Kinos, Diskotheken etc.)