Herzinfarkt

Vier von fünf Herznotfälle ereignen sich ausserhalb des Spitals. Herzinfarktpatienten werden mit einer durchschnittlichen Verzögerung von rund vier bis sechs Stunden ab Beginn der Symptome ins Spital eingeliefert. Die Überlebenschancen sind grösser und bleibende Schäden am Herzen kleiner, je schneller die medizinische Notfallbehandlung einsetzt.

Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?

Der Herzinfarkt zeigt sich in den meisten Fällen durch folgende Beschwerden:

Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?

  • heftiger Druck und klemmende, beengende oder brennende Schmerzen in der Brust (Dauer länger als 15 Minuten), oft verbunden mit Atemnot und Todesangst
  • manchmal Ausstrahlung des Schmerzes in den ganzen Brustkasten, gegen beide Schultern, Arme, den Hals, Unterkiefer oder Oberbauch
  • mögliche Begleitsymptome sind blasse, fahle Gesichtsfarbe, Übelkeit, Schwäche, Schweissausbruch, Atemnot, unregelmässiger Puls
  • der Schmerz ist unabhängig von Körperbewegungen oder der Atmung und verschwindet auch nach Einnahme des Medikamentes Nitroglyzerin nicht
Herzinfarkt Warnsignale Achtung! Bei Frauen, Diabetikern und älteren Patienten können folgende Symptome als alleinige Warnsignale auftreten: Luftnot, unerklärliche Übelkeit und Erbrechen, Druck in Brust, Rücken oder Bauch.
Notrufnummer 144 alarmieren! Sofort Notrufnummer 144 alarmieren!

Bedrohliche Anzeichen bei bisher gesunden Personen

Ein Herzinfarkt kommt nur in seltenen Fällen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Oft deuten bereits Wochen oder Monate zuvor Warnsingnale auf eine Herzerkrankung hin. Wer Alarmzeichen bei sich oder nahe stehenden Personen ernst nimmt, hat gute Chancen, einem schwerwiegenden Ereignis zuvorzukommen. Melden Sie sich sofort bei Ihrem Arzt, falls folgende Beschwerden erstmals auftreten:

beklemmende Enge im Brustkorb – Druckgefühl im Brustbereich oder stechende Schmerzen
  • beklemmende Enge im Brustkorb, besonders bei Anstrengung
  • Druckgefühl im Brustbereich oder stechende Schmerzen
Ausstrahlung dieser Schmerzen in den linken Arm, den Rücken, die Schulterblätter oder den Unterkiefer
  • Ausstrahlung dieser Schmerzen in den linken Arm, den Rücken, die Schulterblätter oder den Unterkiefer
plötzliche Schmerzen im Oberbauch
  • plötzliche Schmerzen im Oberbauch
Atemnot bei Anstrengung
  • Atemnot bei Anstrengung

Bedrohliche Anzeichen bei Personen mit Angina pectoris

Häufigere, intensivere, länger dauernde und sogar unter Ruhebedingungen auftretende Anfälle mit den oben beschriebenen Symptomen, die nach Einnahme des vom Arzt verordneten Medikamentes (Nitroglyzerin) nicht verschwinden.

Entwarnung

Ein kurzer stechender Schmerz im Brustkorb, der mit einem einzigen Finger exakt lokalisierbar ist, geht in der Regel nicht vom Herzen aus und ist meist harmlos.

Was passiert bei einem Herzinfarkt?

Bei einem Herzinfarkt wird die Blutversorgung des Herzmuskels durch eine Verstopfung der Herzkranzgefässe unterbrochen. In den meisten Fällen ist der Herzinfarkt die Folge einer Arteriosklerose, eines langen Prozesses, bei dem die Herzkranzgefässe durch fetthaltige Ablagerungen (Plaques) verengt werden. Brechen diese Plaques auf, erhöht sich die Gefahr von Blutgerinnseln. Ein Blutgerinnsel (Thrombus) kann ein Gefäss teilweise oder vollständig verschliessen und somit zum Herzinfarkt führen. Dann besteht die Gefahr eines tödlichen Herz-Kreislauf-Stillstandes.

Wie kann ich helfen?

Alarmieren Sie in der Schweiz den Notruf 144
  • Alarmieren Sie in der Schweiz den Notruf 144 (oder im Ausland die örtliche Notrufnummer)
Geben Sie Adresse (Standort), Name und Alter des Patienten bekannt
  • Geben Sie Adresse (Standort), Name und Alter des Patienten bekannt
Lagern Sie den Patienten mit angehobenem Oberkörper
  • Lagern Sie den Patienten mit angehobenem Oberkörper auf einem Bett, Sofa oder am Boden (mit Kissen und Decken unter Kopf, Nacken und Rücken)
Öffnen Sie enge Kleider, Krawatte oder Büstenhalter
  • Öffnen Sie enge Kleider, Krawatte oder Büstenhalter
Beleuchten Sie in der Nacht Wohnung, Treppenhaus und Haustür
  • Beleuchten Sie in der Nacht Wohnung, Treppenhaus und Haustür. Bitten Sie einen Nachbarn, die Ambulanz einzuweisen, während Sie beim Patienten bleiben und ihn beruhigen

Weitere Informationen: http://www.swissheart.ch